2016 haben wir diverse organisatorische Neuerungen eingeführt und unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt, um ein besseres Gleichgewicht zwischen den drei Nachhaltigkeitssäulen – soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit – zu erreichen. Wir haben uns dabei sowohl auf unsere langjährige Tradition im Bereich der Nachhaltigkeit als auch auf unsere etablierten Programme gestützt. Zudem haben wir den Fokus auf zwei strategische Prioritäten gelegt:

1) Um die Nachhaltigkeit unserer Geschäftsaktivitäten zu gewährleisten, müssen Nachhaltigkeit und Geschäftsaktivitäten Hand in Hand gehen. Aus diesem Grund haben wir 2016 unseren Geschäftsbereich Nachhaltigkeit umstrukturiert und in die PUMA International Trading (PIT) eingebunden. Zudem haben wir ein Executive Sustainability Committee ins Leben gerufen, das auf der Unternehmensebene angesiedelt ist. Mit diesen Änderungen stellen wir sicher, dass soziale und ökologische Aspekte sowie gute Unternehmensführung bei allen unseren Geschäftsaktivitäten Berücksichtigung finden, sei es in Form rechtlicher Rahmenbedingungen für Produktionsverträge, auf die unsere geschäftlichen Beziehungen zu unseren Lieferanten aufbauen, oder als wesentlicher Bestandteil der Bonusvereinbarungen für PUMA-Manager weltweit.

2) Alle unsere Nachhaltigkeitsinitiativen zielen darauf ab, maximalen Nutzen für alle Beteiligten zu erzielen. Zu diesem Zweck haben wir zwei maßgebliche Treiber festgelegt: die Verwendung nachhaltigerer Materialien für unsere Volumen-Styles und die Zusammenarbeit mit Branchenpartnern bei ökologischen und sozialen Themen entlang unserer gesamten Beschaffungskette. Wir haben ambitionierte Ziele in Bezug auf die verarbeiteten Materialien umgesetzt und unsere Mitarbeit in Arbeitsgruppen innerhalb der Branche verstärkt, um die Erarbeitung und Umsetzung branchenweiter Lösungen zu fördern. Beispiele sind die Mitarbeit im Better Work Program der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der International Finance Corporation (IFC) und in der Zero Discharge of Hazardous Chemicals Foundation.
Um diese Prioritäten voranzubringen, verpflichten wir uns weiterhin den 10 Prinzipien des United Nations Global Compact und haben unsere Nachhaltigkeitsziele „10FOR20“ an den neuen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ausgerichtet. 2017 legen wir den Fokus auf unsere regionalen Stakeholder-Dialoge und die Umsetzung unseres „Aktionsplans 10FOR20“.

Die Geschäftsleitung von PUMA SE verpflichtet sich auch für die Zukunft uneingeschränkt zu verantwortungsvollem Handeln – unseren Mitarbeitern gegenüber genauso wie gegenüber unseren Geschäftspartnern, den Verbrauchern, den Gemeinden, in denen wir tätig sind, und den Partnern entlang unserer Beschaffungskette. In diesem Bericht  weisen wir neben unserem eigenen Fußabdruck und dem unserer direkten Lieferanten erstmalig auch die Aktivitäten unserer Material- und Teilezulieferer aus.
Wir vertrauen auf die weitere Unterstützung unserer Aktionäre und Stakeholder. Bitte richten Sie Ihre Fragen zur Nachhaltigkeit bei PUMA an sustainability@puma.com oder schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Bericht über unser Feedbacksheet auf unserer Website.

Mit freundlichen Grüßen,


Lars Sørensen, Chief Operating Officer

 

Ende 2015 lief unser letzter Fünfjahresplan zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele aus, der sich vorrangig auf ökologische Aspekte konzentrierte. 2016 haben wir verschiedene neue Nachhaltigkeitsziele bis 2020 beschlossen – unsere „10FOR20“-Ziele, die von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz bis zu Unternehmensführung, von Menschenrechten bis zur Vermeidung von Gewässerkontamination reichen.



2016 begannen wir mit der Umsetzung unserer neuen Nachhaltigkeitsziele „10FOR20“, die wir auf Basis unserer Materialitätsanalyse, der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung, sowie mehr als einer Dekade aktiven Stakeholder-Dialogs definiert haben. In Kooperation mit den PUMA-Geschäftsbereichen entwickelten wir den „Aktionsplan 10FOR20“ mit der Unterstützung des neu eingesetzten Executive Sustainability Committee und legten diesen Plan im Rahmen der 13. Banzer Gespräche unseren wichtigsten Stakeholdern und Nachhaltigkeitsexperten vor.
Die konstruktiven Reaktionen, die wir dabei erhielten, führten zu einer leichten Anpassung unserer „10FOR20“-Ziele sowie des Aktionsplans. So umfasst das Ziel zur Vermeidung von Wasserverschmutzung nun auch Aspekte der Luftverschmutzung. Auf Empfehlung unserer Stakeholder haben wir auch die Aufnahme der Themen Kreislaufwirtschaft und faire Löhne in Erwägung gezogen. Im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung werden wir die Nachhaltigkeitsziele „10FOR20“ sowie den Aktionsplan regelmäßig überprüfen und wenn nötig anpassen.
Wir sind überzeugt davon, dass dadurch unsere Nachhaltigkeitsziele jetzt noch besser in unsere Gesamtstrategie integriert sind. Ein Beispiel: Wir prüfen den Bereich Arbeitsschutz bereits seit 1999 im Rahmen unserer Compliance-Audits, haben jedoch Verletzungsraten oder andere relevante Kennzahlen bisher ausschließlich für unsere eigenen Standorte erhoben. Hier haben wir Anpassungen vorgenommen.
Der PUMA „Aktionsplan 10FOR20“ ist unsere Roadmap, um gemeinsam unsere gesteckten Ziele zu erreichen. Beispiele aus diesem Aktionsplan sind in den nachfolgenden Kapiteln aufgeführt.
Unsere Nachhaltigkeitsziele werden durch unser Nachhaltigkeitsmanagementsystem gestützt, das eine neue Organisationsstruktur, den PUMA-Verhaltenskodex in aktualisierter Fassung (http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/standards/coc), neue Handbücher zum Thema Nachhaltigkeit bei PUMA (http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/standards/handbuecher) sowie mehrere dedizierte Datenbanken für Informationen zu sozialen und ökologischen Aspekten, zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und zur Unternehmensführung umfasst.
Um die Reichweite unserer Bemühungen zu steigern und dadurch den größtmöglichen positiven Nutzen für alle Beteiligten zu erzielen, erfassen wir seit Kurzem auch Daten unserer wichtigsten Teile- und Materialzulieferer. Der Großteil der Angaben in diesen Datenbanken, von denen wir viele gemeinsam mit unseren Branchenpartnern nutzen, beschränkt sich nicht auf die eigenen PUMA-Standorte, sondern reicht tief in unsere Beschaffungskette hinein. Zum Beispiel verwenden wir eine eigene Version der Nachhaltigkeitsmanagement-Software Enablon, um Daten zu unserer sozialen und ökologischen Performance an unseren eigenen Standorten zu erfassen sowie bei den Lieferanten, die unsere Produkte herstellen.

Tabelle 1 bietet eine Übersicht über die Erfolgsquoten bei der Erreichung unserer Ziele. Einzelheiten zu den erzielten Fortschritten entnehmen Sie bitte den jeweiligen Kapiteln zu den einzelnen Zielbereichen.

 

Das höchste Verwaltungsorgan der PUMA SE in Bezug auf Nachhaltigkeit ist der Nachhaltigkeitsausschuss des Verwaltungsrats, der für die Festlegung und Überprüfung von PUMAs Nachhaltigkeitszielen verantwortlich ist. Das Management Board berichtet an PUMAs Hauptaktionäre mittels dieses Ausschusses. 2016 fand ein Treffen des Nachhaltigkeitsausschusses statt. Die aktuellen Mitglieder sind:

Grafik 2 zeigt die Organisationsstruktur für das Thema Nachhaltigkeit bei PUMA.

 


  ZIELBESCHREIBUNG  Fortführung und Ausbau des PUMA Stakeholder-Dialogs und der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Übereinstimmung mit globalen Standards; Ausbau der Nachhaltigkeitskommunikation zum Verbraucher.
Bezieht sich auf Ziel Nr. 17 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiel aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION   Transformation von Runden Tischen für Lieferanten auf Länderebene zu regionalen Stakeholder-Treffen

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Thematische und regionale Abdeckung der Partnerschaftsinitiativen
Anteil der mit Round-Table-Gesprächen erreichten Lieferanten
Zahl der mit Nachhaltigkeitskommunikation erreichten Verbraucher

Da der Stakeholder-Dialog und die Zusammenarbeit innerhalb der Branche für PUMA nach wie vor von großer Bedeutung sind, arbeitet unser Nachhaltigkeitsteam mit zahlreichen nationalen und internationalen Programmen sowie mit Stakeholdern und Experten auf regionaler und internationaler Basis zusammen.

Zu unseren wichtigsten Brancheninitiativen zählen die Sustainable Apparel Coalition, das Better Work Program der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der International Finance Corporation (IFC), die Fair Labor Association, die Zero Discharge of Hazardous Chemicals Foundation und die Apparel and Footwear Restricted Substances Management Group.
Zudem haben wir uns Organisationen angeschlossen, die sich mit dem Thema Materialien befassen: bluesign technologies, die Leather Working Group, die Better Cotton Initiative und der Forest Stewardship Council. Unsere globalen Initiativen werden von regionalen Initiativen wie dem Bangladesh Accord on Fire and Building Safety und dem Indonesia Protocol on Freedom of Association unterstützt. Wir arbeiten auch mit dem Chinese National Apparel and Textile Council an der Verbesserung der Abwasserqualität, mit dem UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) an der Förderung legaler Arbeit für syrische Flüchtlinge in der Türkei und mit dem deutschen Textilbündnis zusammen und sind Mitglied des Weltverbandes der Sportartikelindustrie (World Federation of the Sporting Goods Industry).

PUMAS Nachhaltigkeitsteam trifft sich mit Lieferanten im PUMA-Vision Hauptsitz, um über aktuelle Themen zu diskutieren.

Beispiele für den aktiven Dialog mit Stakeholdern unter der Leitung von PUMA auf Unternehmensebene sind neben den Banzer Gesprächen auch unsere regionalen Runden Tische für Lieferanten, die wir 2016 erstmalig auch für externe Experten und Stakeholder geöffnet haben. 312 Lieferanten nahmen 2016 an den Runden Tischen teil, bei denen Themen wie relevante gesetzliche Änderungen, Chemikalienmanagement oder die neue Nachhaltigkeitsstrategie besprochen wurden. Weitere Informationen zu unserer Arbeit mit Stakeholdern sind hier zu finden: http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/stakeholder.
Interessierte Organisationen und Einzel­personen setzen wir gerne auf unseren Stakeholder-Verteiler (E-Mail an sustainability.stakeholders@puma.com).

Die konsequente Kommunikation mit unseren Stakeholdern ermöglicht uns die Konzentration auf unsere wesentlichen Themen. Um sämtliche wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte abzudecken, haben wir daher die Erkenntnisse unserer letzten Materialitätsanalyse, die Ergebnisse der Runden Tische für Lieferanten und den kontinuierlichen Stakeholder Dialog für unsere Nachhaltigkeitsziele „10FOR20“ herangezogen.

Diese Hauptthemen werden in unseren Nachhaltigkeitszielen „10FOR20” berücksichtigt:

Mit unserer Transformation „Forever Faster“ haben wir auch die wesentlichen geschäftsbezogenen Themen abgedeckt:


 

  ZIELBESCHREIBUNG   Einbindung der Menschenrechte bei allen unseren Aktivitäten und Lieferanten. Alle Gemeinden, in denen PUMA präsent ist, positiv beeinflussen.
Bezieht sich auf die Ziele Nr. 3, 4, 5 und 10 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION    Durchführung einer Menschenrechtsanalyse (Human Rights Assessment) für PUMA-eigene Geschäftsstellen
  AKTION    Aufbau einer Plattform für freiwilliges Mitarbeiterengagement

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anzahl der gemeinnützigen Arbeitsstunden unserer Mitarbeiter

Die Achtung der Menschenrechte an unseren Standorten und in der gesamten Beschaffungskette war das Fundament der Arbeit und aller Programme für Nachhaltigkeit, die PUMA in den vergangenen 15 Jahren durchgeführt hat.
Daher ist es selbstverständlich, dass sich der PUMA-Verhaltenskodex auf die Menschenrechte als zentrales Handlungsprinzip bezieht. Mit „10FOR20“ verpflichten wir uns über den Code of Conduct hinaus auch zu gesellschaftlichem Engagement.
Um unser Ziel der Einhaltung der Menschenrechte zu erreichen, haben wir auf den Ergebnissen unserer Untersuchung zu diesem Thema aus dem Jahr 2015 aufgebaut und die Organisation twentyfifty mit der Durchführung eines Human Rights Assessment beauftragt.
Während der Großteil unseres Engagements für die Achtung der Menschenrechte bisher unserer Beschaffungskette galt, haben wir 2016 das Human Rights Assessment an unseren eigenen Standorten durchgeführt.

Das Gutachten hat gezeigt, dass wir das Thema Menschenrechte gut gemanagt haben, dass jedoch beispielsweise bei der Leiharbeit oder der Berücksichtigung der Menschenrechte in unseren Marketing- und Sponsoringaktivitäten noch Verbesserungspotenzial besteht. Die Ergebnisse sind im Einzelnen in Grafik 4 aufgeführt.

Für unser gesellschaftliches Engagement haben wir eine Richtlinie für PUMA-Mitarbeiter aufgestellt, in der die Art der gemeinnützigen Arbeit und unterstützungswerte Organisationen beschrieben sind. Zudem haben wir eine globale Plattform im PUMA-Intranet eingerichtet und sind eine Partnerschaft mit der Entwicklungshilfeorganisation Right To Play eingegangen. Right To Play hat es sich zum Ziel gemacht, das Leben von Kindern in benachteiligten Regionen durch Sport zu verbessern.
Mehr Informationen zu unserem Community Engagement Programm sind in dem Kapitel „Unsere Mitarbeiter“ in diesem Bericht zu finden.

 

  ZIELBESCHREIBUNG   Konformität mit Industriestandards / ILO Kernarbeitsnormen bei allen Lieferanten, einschließlich Lieferanten von Endprodukten sowie von Komponenten und Materialien.
Bezieht sich auf die Ziele Nr. 3, 5, 8 und 10 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION    Ausweitung des Auditierungsumfangs auf Material- und Teilezulieferer
  AKTION    Messung und Management von sozialen  Kennzahlen in der Lieferkette

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anzahl der zum Jahresende bestehenden Null-Toleranz-Themen
Anteil der geklärten Mitarbeiterbeschwerden
Relevante Sozialkennzahlen

SOZIALAUDITIERUNG
Im Bereich der sozialen Compliance, also der Einhaltung von Sozialstandards, haben wir eine Gliederung unserer Lieferantenliste vorgenommen: Kernlieferanten, die für über 80 Prozent unserer Auftragsvolumina verantwortlich sind, und Lieferanten, die weniger häufig und generell mit kleineren Mengen beauftragt werden.
Wir überprüfen die Einhaltung von Sozialstandards nach wie vor regelmäßig bei beiden Lieferantengruppen. Dabei konzentriert sich das PUMA-Team jedoch auf unsere Kernlieferanten, während die anderen Lieferanten von externen Prüfern abgedeckt werden.
Dank der dadurch frei werdenden Ressourcen haben wir die Möglichkeit, mit unseren Prüfungen tiefer in die Beschaffungskette einzudringen. Seit 2016 erfasst die Gruppe unserer Kernlieferanten auch wichtige Teile- und Materialzulieferer. Wir überprüfen damit jetzt systematisch auch Zulieferer in den vorgelagerten Ebenen unserer Beschaffungskette, die größtenteils noch nie auf die Einhaltung von Sozialstandards geprüft wurden. Insgesamt wurden im Jahr 2016 428 Fabriken auditiert, einige davon mehrere Male, was zu einer Gesamtzahl von 499 Audits führte.
Mehr Informationen zu unserem Audit Bewertungssystem finden Sie auf unserer Website unter http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/beschaffung/pumas-auditierungsprozess.

Um zu vermeiden, dass Lieferanten von mehreren Unternehmen und insgesamt zu häufig überprüft werden, übernehmen wir nun auch Beurteilungen bzw. Auditberichte des Better Work Program der ILO, bei dem PUMA Mitglied ist, aber auch von Unternehmen, die akkreditierte Mitglieder der Fair Labor Association oder anderer Multi-Stakeholder-Organisationen sind. 2016 haben wir 30 Auditberichte von externen Organisationen akzeptiert, was 6 Prozent der Gesamtauditzahl entspricht.

Die Auditergebnisse in Tabelle 2 zeigen, dass unsere Kernlieferanten der Ebene 1 keine C- oder D-Bewertungen erhalten haben. Dies ist unter anderem auf unser langfristiges Engagement und partnerschaftliches Verhältnis zurückzuführen.
Die Aufteilung der Lieferanten nach Stufen der Lieferketten in Tabelle 3 veranschaulicht, dass die meisten der Tier 2 (Material- und Teile-) Zulieferer zum ersten Mal überprüft wurden. Daher überrascht es nicht, dass die Bewertung dieser Zulieferer schlechter  ausfällt. Wie auch mit den Tier 1 Lieferanten werden wir kontinuierlich mit den Material- und Teilezulieferern an Verbesserungen arbeiten.

2016 bekamen sieben Lieferanten eine D-Bewertung im Audit. Mit vier dieser sieben Lieferanten wurde die Zusammenarbeit beendet oder sie wurden im Fall von neuen Lieferanten nicht in das Portfolio der PUMA-Lieferanten aufgenommen. Für die anderen drei Lieferanten wurde noch nicht entschieden, ob eine Zusammenarbeit fortgesetzt und an Verbesserungen gearbeitet werden soll oder nicht. Zusätzlich zu den beendeten Geschäftsbeziehungen der vier D-Lieferanten, haben wir die Zusammenarbeit mit sieben Lieferanten, die eine C-Bewertung bekommen haben, eingestellt, da das Potenzial für eine zukünftige Verbesserung als gering eingeschätzt wurde. Insgesamt identifizierte unser Supply Chain Team zehn Null-Toleranz-Fälle. Diese Fälle standen hauptsächlich im Zusammenhang mit Zahlungen unter dem Mindestlohn. Jeder dieser Fälle konnte im Laufe des Jahres gelöst werden.
Da Audits und Beurteilungen jeweils nur Momentaufnahmen einer Compliance-Situation sind, nutzen wir vorwiegend zwei weitere Instrumente, um die Performance unserer Lieferanten zu verfolgen: eine Hotline und E-Mailadresse zu unserem Supply Chain Team für Mitarbeiterbeschwerden, die über ausgehängte Poster des Verhaltenskodex in den Fabriken aller PUMA-Lieferanten kommuniziert werden, und die Erfassung relevanter Sozialkennzahlen bei unseren Kernlieferanten.

Grafik 5 enthält eine Übersicht über die 2016 eingegangenen Mitarbeiterbeschwerden und ihre Klärungsquote.

Die Zahlen verdeutlichen, dass PUMA ein funktionierendes System in den Hauptbeschaffungsländern aufgebaut hat, um Mitarbeiterbeschwerden zu lösen. Die Aufklärungsquote bleibt in den letzten beiden Jahren dabei stabil zwischen 97 und 99 Prozent.

ERFASSUNG RELEVANTER SOZIALER KENNZAHLEN
Durch die Erhebung der Mitarbeiterbeschwerden und anderer relevanter sozialer Kennzahlen anstelle von Fragen, die mit ja oder nein zu beantworten sind, können wir und unsere Lieferanten Verbesserungen über längere Zeiträume besser kontrollieren, und es ermöglicht uns, Lieferanten miteinander zu vergleichen. 2016 haben wir zum zweiten Mal Daten zu relevanten sozialen Kennzahlen erhoben. Daher befinden wir uns noch im Lernprozess, wie diese Daten am besten aufgearbeitet, bewertet und berichtet werden können. Letztes Jahr haben wir nur die Daten aus China in unsere Berichterstattung mit aufgenommen, während wir in diesem Jahr alle wichtigen Beschaffungsländer mit einbeziehen.

Die Ergebnisse sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

PUMAs erste Auswertung der Sozialkennzahlen zeigt, dass vor allem in Südasien, aber auch einigen anderen Regionen die Notwendigkeit besteht, das Thema Kollektivverhandlungen voranzutreiben. Die Ergebnisse in Tabelle 4 bestätigen die Herausforderungen, die uns bei der Durchsetzung einer hundertprozentigen Abdeckungsrate der Arbeiter in China durch eine Sozialversicherung begegnen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass dies ein regionales Problem ist, da der Anteil an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen in anderen Regionen zwischen 93 und 100 Prozent liegt. Unsere Kernlieferanten zahlen im Durchschnitt über 20 Prozent über dem Mindestlohn (ohne Überstunden und Boni). Wenn man Überstunden und Boni mit einrechnet, steigt der Durchschnittslohn auf über 80 Prozent über dem Mindestlohn. Die durchschnittliche Anzahl der Überstunden pro Woche liegt zwischen 0,1 Stunden in Argentinien und 15,1 Stunden in Madagaskar.
In Zukunft werden wir die Sozialkennzahlen nutzen, um unsere Lieferanten zu bewerten, Verbesserungen voranzutreiben und somit Veränderungen hin zum Positiven zu bewirken.
Ein Bericht zur Social Compliance wäre nicht vollständig ohne eine Erläuterung der anhaltenden systemischen Herausforderungen und Probleme entlang der Beschaffungsketten für Textilien und Schuhe in vielen großen Beschaffungsländern und somit auch PUMAs Beschaffungskette.
Dazu zählen:
die unzureichende Umsetzung von Arbeits- und Sozialversicherungsgesetzen durch regionale Behörden
die übermäßige Anzahl an Überstunden aufgrund niedriger Mindestlöhne
die Vorbehalte vieler Arbeitgeber gegen Gewerkschaften aufgrund unausgereifter Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen
unzureichende, öffentliche Transportsysteme und andere regionale Infrastrukturen
kulturelle Unterschiede und abweichende Definitionen von guter Unternehmensführung

Wir stehen vor dem Dilemma, uns entweder aus bestimmten, ansonsten attraktiven Beschaffungsmärkten zurückzuziehen, um diesen systemischen Herausforderungen aus dem Weg zu gehen, oder daran zu arbeiten, die Situation für die Arbeitnehmer bei unseren Lieferanten zu verbessern, um dringend benötigte Arbeitsplätze vor Ort zu sichern und den Aufbau der Wirtschaft in benachteiligten Regionen voranzubringen.

Die Entscheidung fällt uns nicht leicht. Wir werden mit unseren Branchenpartnern in Multi-Stakeholder-Initiativen und mit internationalen Organisationen wie der ILO zusammenarbeiten, um die schrittweisen Verbesserungen zu unterstützen, die auch die Industrieländer einst durchlaufen haben. Staatliche Initiativen wie das deutsche Textilbündnis haben das Potenzial, diese Prozesse zu fördern und zu beschleunigen.

LIEFERANTENFINANZIERUNGSPROGRAMM
Mit dem Finanzierungsprogramm, das in einer Kooperation zwischen PUMA, der Internationalen Finance Corporation und BNP Paribas ins Leben gerufen wurde, bieten wir Lieferanten Zugang zu attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten wenn diese eine gute Auditbewertung von A, B+ oder B- erreichen. 2016 nahmen 19 Lieferanten aus 11 Ländern an dem Programm teil. Es wurde mit dem „Supply Chain Financing Innovation of the Year Award“, der von der Supply Chain Finance Community verliehen wird, ausgezeichnet.


ZIELBESCHREIBUNG  Keine tödlichen Unfälle bei PUMA und seinen Lieferanten; Verletzungsrate unter dem Branchendurchschnitt.
Bezieht sich auf Ziel Nr. 3 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION   Ausweitung der Gebäudesicherheitsüberprüfungen auf Indien und Pakistan
  AKTION   Sicherstellung der regelmäßigen Durchführung von professionellen Gefährdungsbeurteilungen

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anzahl der tödlichen Unfälle
Durchschnittliche Verletzungsrate
Anteil der Kernlieferanten, bei denen Gebäudesicherheitsprüfungen durchgeführt wurden
Anteil der Kernlieferanten, für die Beurteilungen der Arbeitsrisiken vorgenommen wurden.

Wie auch bei den sozialen und Umweltaspekten sind die Auswirkungen unserer Aktivitäten im Bereich der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz innerhalb unserer Beschaffungskette weitreichender als an unseren eigenen Standorten.
PUMA fördert Schutz und Sicherheit der eigenen Mitarbeiter am Arbeitsplatz aktiv: Unsere eigene globale Initiative zur Einhaltung angemessener Arbeitsbedingungen für unsere Belegschaft wird im Kapitel “Unsere Mitarbeiter“ dargelegt.
Das Jahr 2016 begann mit der Einführung eines neuen und aktualisierten Handbuchs zu Gesundheits- und Sicherheitsstandards, der Formulierung des Ziels „keine tödlichen Unfälle bei PUMA und unseren Lieferanten“ sowie der Vereinbarung, Verletzungsraten bei PUMA und unseren wichtigsten Lieferanten zu erfassen und zu untersuchen, anstatt weiterhin lediglich Daten zu Verstößen gegen unsere Standards im Rahmen der Audits zu erheben.

Leider haben wir das Ziel keiner tödlichen Unfälle 2016 verfehlt: Im Mai ereignete sich ein tragischer Unfall bei einem vietnamesischen Lieferant, bei dem ein Arbeiter der Instandhaltungsabteilung zu Tode kam. Der Arbeiter führte Reparaturarbeiten am Dach durch, bei denen er nicht gesichert war, stürzte auf den Betonboden und konnte trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen und Einlieferung in ein Krankenhaus nicht mehr gerettet werden. Der Arbeitgeber stellte in diesem Fall der Familie des Arbeiters alle vorgeschriebenen Entschädigungen und darüber hinaus zusätzliche Unterstützung zur Verfügung.
Wir nahmen dieses tragische Ereignis zum Anlass, das Projekt „Zero Fatal Accidents“ ins Leben zu rufen und die Gefährdungsbeurteilungen für unsere wichtigsten Lieferanten weltweit zu analysieren. Nachdem wir uns versichert hatten, dass bereits bei sämtlichen Kernlieferanten Beurteilungen der Risiken am Arbeitsplatz vorgenommen worden waren, berichteten wir von dem tödlichen Unfall und forderten die Zulieferer auf, zukünftig auch Wartungs- und andere nicht-permanente Arbeitsabläufe in ihre Gefährdungsbeurteilungen mit aufzunehmen. Zudem haben wir erneut die Notwendigkeit der Verwendung von Sicherheitsausrüstungen bei Arbeiten in größerer Höhe betont und überprüfen seitdem bei unseren Routine-Audits auch die Verfügbarkeit von Sicherheits-Equipments vor Ort.
Da auch Verkehrsunfälle häufig tödlich enden, haben wir zusammen mit anderen Markenunternehmen in Kambodscha eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich der Sicherheit pendelnder Arbeitnehmer annimmt.

Wir haben 2016 zum ersten Mal die Verletzungsraten bei unseren Lieferanten systematisch erhoben. Dabei haben wir festgestellt, dass es Raum für Verbesserungen in der Datenerfassung gibt, wenn man die große Spanne der ermittelten Zahlen betrachtet. Dazu werden wir mit den jeweiligen OHS-Teams der Lieferanten an der Erhebung, Analyse und Verwendung dieser wichtigen Kennzahlen arbeiten. Wir gehen davon aus, dass wir über die nächsten Jahre eine robustere Datenerhebung aufbauen können. Dabei werden wir unseren Fokus auf Länder legen, bei denen in diesem Jahr keine Verletzungen oder hohe Verletzungsquoten angegeben wurden.
Ein Teil unserer Gesundheits- und Sicherheitszielsetzung umfasst das Thema Gebäudesicherheit. Obwohl PUMA keine Textilien im Rana Plaza Gebäudekomplex produziert hat, bei dessen Einsturz 2013 tragischer Weise viele Menschen ums Leben kamen, ist PUMA dem Bangladesh Accord bei seiner Gründung beigetreten. Im Jahr 2016 hat der Bangladesh Accord daran gearbeitet, Maßnahmen umzusetzen, die den Ausbruch von Bränden, Gebäudeeinstürze oder andere sicherheitsbedenkliche Vorkommnisse verhindern sollen. Dabei konnten PUMA-Fabriken schneller Mängel abstellen (85 %) als der Durchschnitt der Fabriken (75 %). Insbesondere in Bezug auf die Gebäudesicherheit wurden Verbesserungsmaßnahmen schneller umgesetzt (75 %) als beim Durchschnitt der Fabriken (52 %).
Nicht nur in Bangladesch, sondern auch in Pakistan haben wir uns auch der Gebäudesicherheit der PUMA-Zulieferfabriken gewidmet. Wir haben einen Anbieter gefunden, der dort professionelle Gebäudesicherheitsüberprüfungen durchführen kann, und haben mit den ersten Untersuchungen begonnen. 2017 werden wir diese Maßnahme auch auf unsere Lieferanten in Indien ausweiten.


  ZIELBESCHREIBUNG   Auf wissenschaftlichen Erkenntnissen gestützte Entwicklung (2016) und Implementierung (2020) von CO2-Einsparungszielen.
Bezieht sich auf Ziel Nr. 13 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION    Erweiterung von großangelegten Klimaschutzprojekten in der Lieferkette
  AKTION    Wechsel zu LED-Beleuchtung und intelligenten Klimaanlagesystemen für die eigenen Gebäude und Warengeschäfte

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Direkte CO2-Emissionen unserer eigenen Standorte (Stufe 1)
Indirekte CO2-Emissionen unserer eigenen Standorte (Stufe 2)
Indirekte CO2-Emissionen aus Produktion und Warentransport (Stufe 3)

Im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris verpflichtete sich PUMA zur Festlegung eines auf wissenschaftlichen Erkenntnissen gestützten Emissionsziels von CO2. Damit werden wir unseren fairen Beitrag zu den enormen Anstrengungen zur Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau leisten.
Da die Festlegung eines solchen Zielwerts anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse Zeit braucht, haben wir 2016 unser eigenes Mindestziel für die Treibhausgasreduzierung in allen Stufen (direkte und indirekte Emissionen sowie sonstige indirekte Quellen) auf 3 Prozent festgelegt.
Gleichzeitig haben wir die Ausarbeitung des wissenschaftlich fundierten Zielwerts vorangetrieben und uns bei Beratern und gesellschaftlichen Organisationen Unterstützung bei der Entscheidung für die geeignete Methodik geholt. Wir planen, unseren Zielwert im nächsten Jahr (2017) final festzulegen.
Dabei haben wir erneut erkannt, dass der CO2-Fußabdruck unserer weltweiten Büros, Geschäfte und Läger gering ist im Verhältnis zu den Treibhausgasen, die in anderen Bereichen der Beschaffungskette entstehen, zum Beispiel durch den Warentransport von Asien in unsere Kernmärkte in Europa und den USA, durch die Produktion in großen Fabriken in Asien oder durch die Gewinnung und Verarbeitung der für unsere Produkte eingesetzten Rohstoffe.

1. Inklusive PUMAs eigener Büros, Läger und Geschäfte; ohne ausgelagerte Läger und Franchise-Geschäfte.
2. Inklusive Hochrechnungen und Schätzungen, wenn keine Daten verfügbar waren.
3. Ohne am Standort erzeugten und verbrauchten Strom und ohne am Standort erzeugten Strom, der gegen Gebühr ins Netz eingespeist wird.
4. Inklusive eigener Hersteller in Argentinien; die sonstige Produktion ist an eigenständige Lieferanten ausgelagert; einige Lageraktivitäten sind an eigenständige Logistikdienstleister ausgelagert; ohne Franchise-Geschäfte.
5. Daten von Geschäften basieren auf Musterläden in jedem Land und wurden für den Gesamtverbrauch extrapoliert; methodologische Veränderungen über die letzten drei Jahre beeinflussen die Ergebnisse.
6. Zur Messung seiner eigenen CO2-Emissionen nutzt PUMA eigene, auf dem GHG-Protokoll basierende Methoden, weist jedoch nur CO2-Emissionen und keine CO2-äquivalenten Emissionen aus.
7. Zur Messung seiner eigenen CO2-Emissionen nutzt PUMA eigene, auf dem GHG-Protokoll basierende Methoden, weist jedoch nur Daten zu Geschäftsreisen, Warentransport und zur Produktion der Lieferantenebene 1 für Stufe 3 aus.

Für 2016 konnten wir unser Ziel zur Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 3 Prozent in Betrachtung der relativen direkten Emissionen (Stufe 1) aufgrund eines effizienteren Fuhrparks erreichen. Die Emissionen durch Stromverbrauch und Fernwärme (Stufe 2) pro Umsatz blieben von 2015 zu 2016 etwa gleich, während die Emissionen die durch Transport von Waren entstanden sind, gesenkt werden konnten. Diese Senkung ist unter anderem auf einen geringen Emissionsfaktor für Seefracht zurückzuführen. Die Mehrheit der Transporte von PUMA Ware wird durch unseren Partner Maersk Line durchgeführt, der für seine Schiffe einen geringeren Kraftstoffverbrauch als der Industriedurchschnitt angibt. Auch die Emissionen unserer Konfektionäre (Tier 1) konnten als Resultat unseres SAVE-Projekts zu Ressourceneffizienz sowie des allgemeinen Trends der Branche, Energie zu sparen, gesenkt werden. Aus diesem Grund konzentrieren wir unsere Bemühungen zur Steigerung der Energieeffizienz weiterhin auf unsere Lieferanten mit hohem Volumen in Asien, wo wir auch begonnen haben, fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energie zu ersetzen. Des Weiteren haben wir unser umfassendes SAVE-Projekt für mehr Ressourceneffizienz erfolgreich abgeschlossen (http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/beschaffung/ressourceneffizienz). Dem Abschlussbericht ist zu entnehmen, dass wir dank SAVE die CO2-Emissionen der 35 teilnehmenden Lieferanten um insgesamt mehr als 40.000 Tonnen pro Jahr reduzieren konnten. Diese Menge entspricht in etwa den jährlichen CO2-Emissionen aller PUMA-Büros, -Geschäfte und -Läger weltweit (Stufe 1 und 2).

Unser SAVE-Projekt konzentrierte sich auf unsere vier größten asiatischen Beschaffungsländer, mit Ausnahme von Vietnam. 2016 haben wir daher in diesem Land in Kooperation mit der International Finance Corporation (IFC) das nächste große Programm zur Förderung von Ressourceneffizienz und erneuerbaren Energien auf den Weg gebracht. Es konzentriert sich auf zehn Kernlieferanten von PUMA mit hohem Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen und enthält detaillierte Energieverbrauchsanalysen sowie Machbarkeitsstudien für die Einführung erneuerbarer Energien bei den jeweiligen Lieferanten.


Neben den Unternehmen innerhalb unserer Beschaffungskette haben wir auch an unseren eigenen Standorten weitergearbeitet und in weiteren 50 Geschäften herkömmliche Beleuchtung durch LEDs ersetzt. Dadurch konnten wir den Energieverbrauch dieser Stores um ca. 20 Prozent senken. Durch die Einführung dieses neuen Store-Konzepts an weiteren Standorten erwarten wir einen positiven Einfluss auf die Emissionen der Stufe 2. Zudem planen wir, den neuen Anbau unserer Unternehmenszentrale in Herzogenaurach mit moderner LED-Beleuchtung und effizienter Wärmedämmung auszustatten. Das Gebäude wird zudem zahlreiche Ladestationen für Elektrofahrzeuge bieten. Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte werden wir im PUMA-Fuhrpark auch Elektro- bzw. Hybridautos einsetzen – ein weiterer Schritt zur Reduzierung von Treibhausgasen.


  ZIELBESCHREIBUNG   „Zero Discharge of Hazardous Chemicals“ entlang der Beschaffungskette bis 2020.
Bezieht sich auf die Ziele Nr. 3 und 6 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION    Überprüfung der Alternativen zu Lösungsmitteln in Klebstoffen und Polyurethan Materialien

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anzahl und Erfolgsrate der RSL-Tests
Anteil PFC-freier Produkte
VOC-Index für Schuhe

PUMA gehört zu den Gründungsmitgliedern der Zero Discharge of Hazardous Chemicals Foundation (ZDHC) und der Apparel and Footwear International Restricted Substances List Management Group (AFIRM). Nach wie vor sind wir überzeugt, dass sich Nachhaltigkeit im Chemikalienmanagement entlang der Beschaffungskette nur durch enge Zusammenarbeit mit anderen Marken und Einkäufern und mit der Chemieindustrie erreichen lässt.
2016 entschieden wir uns, die PUMA-Schadstoffliste (Restricted Substances List, RSL) durch die von der AFIRM für die Branche erstellte Schadstoffliste zu ersetzen. Zusätzlich haben wir die Manufacturing Restricted Substances List (MRSL) der ZDHC übernommen.
Ferner haben wir unseren Partner bluesign technologies zur Teilnahme an unseren weltweiten Runden Tischen für Lieferanten eingeladen, um den „bluesign bluefinder“ als mögliches Tool zur Unterstützung der Lieferanten beim Einsatz MRSL-kompatibler Chemikalien vorzustellen.
Um sicherzugehen, dass unsere Zulieferer für Materialien (Stufe 2 und 3) ein professionelles Chemikalienmanagement betreiben und unsere Umweltstandards einhalten, führen wir regelmäßig Umweltaudits bei Zulieferern durch die Nassprozesse haben. 2016 konnten wir die Anzahl der Audits auf 18 im Vergleich zu 12 im Vorjahr steigern. Des Weiteren haben wir neun Materialzulieferer durch das bluesign System und 18 Lederzulieferer durch den Standard der Leather Working Group abgedeckt. Diese Zulieferer wurden daher nicht nochmal durch ein PUMA-Umweltaudit überprüft.
Weiterhin haben wir die RSL-Compliance der für PUMA-Produkte verwendeten Materialien anhand der Schadstoffliste kontrolliert und Stichproben von Fertigprodukten entnommen, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Chemikalien während des Produktionsprozesses eingesetzt werden.

Grafik 7 zeigt, dass die Durchfallquote der Schadstoffprüfberichte in der Datenbank für alle Produktsegmente bei 4 Prozent liegt, basierend auf 3.028 durchgeführten Tests. Bei Verstößen gegen die Schadstoffliste haben wir dem Lieferanten geholfen, die Ursachen zu identifizieren und Kontaminierungen vor der Zulassung des jeweiligen Materials zur Herstellung von PUMA-Produkten auszuschalten.
Mit dem Ziel, die Verwendung von Perfluorierten Chemikalien (PFCs) bis 2017 zu beenden, haben unsere Materialteams auch 2016 konzentriert an der Eliminierung dieser Chemikalien aus wasserabweisenden Beschichtungen gearbeitet.

Materialien, die eine wasserabweisende Ausrüstung haben, spiegeln im Bereich Textilien 9 Prozent des gesamten Materialvolumens von 44.282.374 Yards wider. 2017 werden 88 Prozent dieser Materialien mit PFC-freien Alternativen ausgerüstet sein. 27 Prozent dieser PFC-freien Alternativen befinden sich derzeit noch in der Entwicklungsphase, um sicher zu stellen, dass diese auch bei der Volumenproduktion noch die gewünschte Funktion aufweisen. Bis Ende 2016 konnten wir für 12 Prozent der wasserabweisenden Materialien noch keine zufriedenstellende PFC-freie Alternative finden, werden aber weiterhin unter Hochdruck daran arbeiten.

Auch für die Materialien, die im Bereich Schuhe und Accessoires zum Einsatz kommen, arbeiten wir daran, PFC-freie Alternativen zu testen und zu entwickeln, die eine wasserabweisende Funktion bieten, die unseren Anforderungen und die unserer Kunden entspricht. Ein anderer chemischer Stoff, der 2016 in den Fokus geriet, ist Dimethylformamid (DMFa), ein weit verbreitetes Lösungsmittel zur Herstellung polyurethanhaltiger Materialien und Beschichtungen, das auch in PUMAs Beschaffungskette zu finden ist. Wir haben alternative Polyurethan (PU)-Lösungen geprüft und werden 2017 ein Pilotprojekt mit PU Materialien auf Wasserbasis starten. Zudem haben wir die gesteigerte Verwendung von DMFa-freien PU-Materialien als Materialziel in unsere Nachhaltigkeitsstrategie integriert.

Unser strategisches Langzeitziel der Reduzierung des Anteils von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in der Schuhproduktion haben wir – auch nach Unterschreiten des Grenzwerts von 25 Gramm pro Paar im Jahr 2015 – beibehalten. In den kommenden fünf Jahren wollen wir diesen Wert weiter signifikant senken: auf 15 Gramm pro Paar.


  ZIELBESCHREIBUNG   Branchenübliche Good Practice-Regeln für den Wasserkonsum und die Abwasserreinigung werden von 90 Prozent aller PUMA-Kernlieferanten mit nasschemischen Fertigungsverfahren erfüllt. Branchenübliche Good Practice-Regeln für Luftemissionen werden von 90 Prozent aller PUMA-Kernlieferanten erfüllt.
Bezieht sich auf Ziel Nr. 6 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem Aktionsplan „10FOR20“:
  AKTION    Sicherstellung, dass bei den relevanten Lieferanten Abwassertests durchgeführt werden
  AKTION    Unterstützung der Entwicklung und Einführung eines Abwasserstandards für die Industrie

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anteil der geprüften Zulieferer, die nasschemische Prozesse anwenden (nach Produktionsvolumen)
Anteil der Zulieferer, die Good Practice- Standards bei der Wasserverwendung einhalten (Good Practice für Luftemissionen noch nicht festgelegt).

In den letzten Jahren haben diverse Nichtregierungsorganisationen (NROs) die Textilindustrie als einen der größten Verursacher von Wasserverschmutzung identifiziert.
Wir haben die wichtigsten PUMA-Zulieferer, die nasschemische Fertigungsverfahren anwenden – vor allem Färbereien, Gerbereien und vertikale Zulieferer – angehalten, sich mindestens einmal jährlich einer Abwasserkontrolle zu unterziehen. Die Ergebnisse dieser Kontrollen werden auf der Internet-Plattform der chinesischen NRO Institute of Public and Environmental Affairs (IPE) veröffentlicht.
Die Anzahl der Abwassertests konnte von 33 Zulieferern im Jahr 2015 auf 44 im Jahr 2016 gesteigert werden. Insgesamt wurden 61 Wasserproben entnommen. Die Entnahmestellen dieser Proben umfassen Frischwasser, Abwasser vor und nach der Behandlung sowie Klärschlamm. Die Zulieferer, die sich an den Wassertests beteiligten, befinden sich in Bangladesch, China, Indonesien, Thailand, Türkei, Taiwan und Vietnam.
Die getesteten Parameter umfassen konventionelle Parameter wie BOD oder COD sowie Substanzgruppen, die auf der MRSL (Manufacturing Restricted Substances List) der ZDHC gelistet sind. Die Testergebnisse zeigen, dass 4 der 14 Substanzgruppen bei keinem der Hersteller gefunden wurden. Die 10 weiteren Substanzgruppen konnten bei einigen Zulieferern gefunden werden. Die Compliance-Rate dieser Zulieferer liegt zwischen 84 und 98 Prozent.
Die Resultate der Abwassertests werden regelmäßig auf unserer Website veröffentlicht: http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/umwelt/zdhc.
Zusätzlich zu den laufenden Abwasserkontrollen bei einzelnen Zulieferern sahen wir die Notwendigkeit der branchenweiten Zusammenarbeit bei der Erstellung einer Qualitätsrichtlinie für Abwasser. Darin würden nicht nur die Erwartungen der Auftraggeber an die Zulieferer Niederschlag finden, sondern es könnten auch Mehrfachkontrollen vermieden und Daten abgeglichen werden.
2015 hat PUMA im ZDHC-Programm eine Führungsrolle übernommen und einen Abwasserstandard für die Textil- und Schuhindustrie gefordert. Nach einem Jahr umfassender Recherche und Befragungen der Stakeholder im neu gegründeten Fokusbereich Abwasserqualität wurde die ZDHC-Abwasser-Richtlinie im November 2016 veröffentlicht (http://www.roadmaptozero.com/programme/wastewater-quality/). PUMA hat die Richtlinie übernommen und beteiligt sich auch an den von der ZDHC durchgeführten Pilottests.
Um die Luftemissionen bei den Zulieferern zu senken, haben wir uns für 2017 vorgenommen, uns des Themas Luftverschmutzung stärker anzunehmen, idealerweise ebenfalls auf der Grundlage eines koordinierten branchenweiten Ansatzes und der Entwicklung eines Industriestandards. Seit mehreren Jahren arbeiten wir bereits daran, die Verwendung von schädlichen Lösungsmitteln in den Produktionsprozessen und unseren Produkten zu reduzieren, wie bereits im Kapitel „Chemikalien“ erläutert.

  ZIELBESCHREIBUNG   Einsatz alternativer, nachhaltiger Rohstoffe bei PUMA-
Schlüsselmaterialien: Baumwolle, Polyester, Leder, Polyurethan und Papier und Kartonagen.
Bezieht sich auf die Ziele Nr. 12 und 15 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION    Erhöhung des Anteils an bluesign®-zertifiziertem Polyester auf 50 Prozent bis 2020.
  AKTION    Erhöhung des Anteils an Better Cotton Baumwolle auf 50 Prozent bis 2020.

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anteile für jedes verwendete Material

Aus Lebenszyklusstudien und unserer ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit and Loss Account, EP&L) wissen wir, dass der ökologische Fußabdruck unserer Produkte größtenteils bei der Rohstoffgewinnung und in der Herstellung entsteht. Während vergleichbare Daten zu den sozialen Auswirkungen noch nicht vollständig vorliegen, weisen  Daten zur Kinderarbeit im Baumwollanbau oder zur Zwangsarbeit in der Rinderzucht darauf hin, dass unsere Produkte bereits in ihrer Rohstoffphase signifikante Einflüsse im sozialen Bereich haben könnten.
Vor diesem Hintergrund haben wir uns Volumenziele für die Verwendung zertifizierter Hauptmaterialien – Baumwolle, Polyester, Leder und Papier und Kartonagen – gesteckt. Unsere Ziele liegen je nach Material zwischen 50 und 90 Prozent (siehe Tabelle 8). Wir fokussieren uns dabei auf führende Zertifizierungen aus der Industrie. Neben diesen Materialien arbeiten wir auch an der Eliminierung schädlicher Lösungsmittel aus der Polyurethan-Herstellung. Um hierfür einen Zielwert festsetzen zu können, bedarf es jedoch zunächst weiterer Untersuchungen.

Tabelle 8 zeigt einen starken Anstieg bei dem Einkauf von BCI Baumwolle sowie von bluesign®-zertifiziertem Polyester im Segment Textilien im Einklang mit unseren gesetzten Zielen. Auch im Bereich Accessoires konnten wir unser Ziel, 20 Prozent des eingesetzten Polyesters durch bluesign®-zertifiziertes Polyester zu ersetzen, 2016 erreichen. Für das Segment Schuhe haben wir unser Ziel, 90 Prozent der Leder-Zulieferer von Leather Working Group (LWG)-zertifizierten Zulieferern zu beziehen, erneut übertroffen. Wir sind zuversichtlich, unser Ziel für die Verwendung von recycelten oder FSC®-zertifizierten Kartonagen von 90 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen, auch wenn wir 2016 einen Rückgang von 7 Prozent in Kauf nehmen mussten. Herausforderungen sehen wir im Bereich der Rückverfolgung von Leder sowie der Verwendung von wasserbasiertem Polyurethan. Daher werden wir uns 2017 anhand konkreter Projekte auf diese Themen fokussieren.


  ZIELBESCHREIBUNG   Fortsetzung der jährlichen Berichterstattung über die EP&L unter der Führung von Kering.
Bezieht sich auf die Ziele Nr. 7 und 12 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION   Veröffentlichung der Daten aus der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung
  AKTION    Einführung von industrieweiten Nachhaltigkeitstools für die Entwicklung und das Design von PUMA-Produkten

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Jährliche ökologische G&V von PUMA

Während wir unsere Umweltdaten 2011 erstmals in einer ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (EP&L) ausgewiesen haben, steht das EP&L-Projekt heute unter der Leitung unseres französischen Mehrheitsaktionärs Kering, der die Methodik weiterentwickelt hat. Kering kommuniziert die Umweltkennzahlen des gesamten Konzerns regelmäßig, veröffentlichte 2016 seine EP&L-Methodik als Open Source und arbeitet derzeit sogar an einer EP&L-App.
Weitere Informationen zu Kerings EP&L-Aktivitäten und den Konzernergebnissen finden Sie unter http://www.kering.com/en/sustainability/epl.
Wie im letzten Jahr bekannt gegeben, haben wir unseren Fokus 2016 verstärkt auf die Lieferkette gesetzt.
Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsziele „10FOR20“ werden wir zukünftig wieder über die PUMA-spezifischen Fortschritte bei der schrittweisen Reduzierung unserer Umweltkennzahlen durch den Einsatz nachhaltigerer Rohmaterialien, die Förderung von Ressourceneffizienz entlang unserer Beschaffungskette und die Integration von Nachhaltigkeitsthemen in unsere Produktdesign- und -entwicklungsprozesse berichten.


Tabelle 9 zeigt eine Übersicht der Umweltkennzahlen von PUMA-Standorten und Lieferanten der Ebene 1.
Neben den Angaben zu unserem Materialverbrauch und unseren Produktions-
standorten sind diese Umweltkennzahlen wesentlicher Bestandteil der ökologischen G&V von PUMA.

Die Daten der ökologischen G&V unserer Lieferanten der Ebene 1 (wo unsere Produkte konfektioniert werden) zeigen, dass für das Produktsegment Accessoires der Energie- und Wasserverbrauch, die Abfallmenge sowie die CO2-Emissionen reduziert werden konnten. Für die neu mit aufgenommene Kategorie „Fußbälle“ kann kein Vergleich gezogen werden. Bei der Schuhproduktion sind der Energie- und Wasserverbrauch pro Paar Schuhe angestiegen, während sich eine Reduktion des CO2-Ausstoßes und der Abfallmenge abzeichnet. Der Grund dafür liegt unter anderem in dem für die Berechnung 2016 herangezogenen geringeren CO2-Emissionsfaktor.
Bei den Lieferanten für Textilien ist die Abfallmenge pro Stück so gut wie gleich geblieben, jedoch sind der Energie- und Wasserverbrauch sowie die CO2-Emissionen gestiegen. Der Anstieg ist auf eine höhere Zahl an Lieferanten zurückzuführen, für die Daten erfasst wurden und welche zum ersten Mal an einem Projekt zur Umweltkennzahlenerhebung teilnahmen.
Da uns die E P&L Studie gezeigt hat, dass der größte Umwelteinfluss bei den Material- und Teilezulieferern (Lieferantenebene 2 und 3) entsteht, haben wir angefangen, diese Zulieferer in unsere Datenerfassung zu integrieren. Um den Umwelteinfluss bestimmter Materialien besser zu verstehen, haben wir die Daten in Leder- und Textilzulieferer eingeteilt. Die Ergebnisse können Tabelle 10 und 11 entnommen werden.

  ZIELBESCHREIBUNG   Ein dem aktuellen Stand entsprechendes Compliance-Management-System anwenden und weiter entwickeln (einschließlich Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung).
Bezieht sich auf die Ziele Nr. 8 und 16 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Beispiele aus dem „Aktionsplan 10FOR20“:
  AKTION    Erhöhung der Teilnehmerzahl an Kerings Ethik Training
  AKTION    Einführung eines der Antikorruptionsparagraphen im PUMA-Verhaltenskodex

  RELEVANTE KENNZAHLEN  
Anteil der PUMA Mitarbeiter, die zum Thema Anti-Korruption geschult wurden

Als globales Sportunternehmen ist PUMA weltweit tätig. Wir sind uns der finanziellen Risiken und potenziellen Reputationsschäden, welche durch die Nichteinhaltung von Gesetzen und Richtlinien sowohl durch unsere Mitarbeiter als auch durch Geschäftspartner entstehen können, bewusst. Fehlverhalten (Non-Compliance) kann prinzipiell in allen Unternehmensfunktionen und allen Ländern, in denen wir Geschäfte betreiben, auftreten. Insbesondere wurden bei PUMA Korruptions- und Kartellrechtsverstöße als Risiken erkannt. Die Ausprägung des Risikos kann dabei je nach Unternehmensfunktion und Land zwischen niedrig und hoch variieren. PUMA hat sich deshalb dem 2015 von Kering etablierten Compliance-Programm angeschlossen, bei dem es vorrangig um die Themen Kartellrecht sowie Korruptionsprävention geht.
Als Mitglied des UN Global Compact hat PUMA sich zu dessen Prinzipien verpflichtet, so unter anderem zum 10. Prinzip – Unternehmen sollen gegen alle Arten von Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung. Die Korruptionsbekämpfung ist nicht nur einer der wichtigsten Punkte unseres Compliance-Programms, sondern auch wiederkehrendes Thema im Dialog mit NROs, z. B. bei unseren jährlichen Banzer Gesprächen.
Um das Engagement von PUMA im Kampf gegen Korruption nochmals zu betonen, wurde das Thema explizit in den überarbeiteten und im Juni 2016 neu veröffentlichten Verhaltenskodex aufgenommen (http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/standards/coc). Der Verhaltenskodex ist eine wesentliche Grundlage innerhalb des Beschaffungsbereichs bei PUMA und damit auch Bestandteil der Geschäftsbeziehung mit Lieferanten.
Bei PUMA werden Themen in Verbindung mit dem Compliance-Management-System vornehmlich auf Konzernebene im PUMA SE „Risk & Compliance Committee“ besprochen. Diesem Komitee gehören Mitglieder des oberen Managements, so zum Beispiel die Geschäftsführenden Direktoren der PUMA SE, an.
Alle wesentlichen PUMA-Initiativen, die Compliance (einschließlich Korruptionsbekämpfung) zum Thema haben, werden den Hauptkontrollorganen (Geschäftsführende Direktoren der PUMA SE, Audit Committee und Verwaltungsrat) zur Genehmigung vorgelegt.
Neben unserem Beschwerdesystem für Mitarbeiter entlang der Beschaffungskette betreiben wir auch weiterhin eine externe weltweite Hotline für Hinweisgeber, über die wir bereits mehrfach berichtet haben.
Die wichtigsten Punkte bezüglich Unternehmensethik und Compliance sowie erwartete Verhaltensweisen sind im PUMA-Ethikkodex zusammengefasst. PUMAs CEO Bjørn Gulden hat die derzeit aktuelle Version des PUMA-Ethikkodex, der u. a. neue Regeln zu Geschenken und Bewirtung umfasst, an alle PUMA-Mitarbeiter weltweit (einschließlich der Geschäftsführenden Direktoren der PUMA SE und der Geschäftsführer der PUMA-Tochtergesellschaften) kommuniziert. Das Dokument ist im konzernweiten Intranet und auf PUMAs Website unter http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/standards/coe veröffentlicht. Der PUMA-Ethikkodex wird regelmäßig überarbeitet.
Ergänzend dazu haben wir gemeinsam mit unserem Mehrheitsaktionär Kering ein konzernweites E-Learning-Programm zum Ethikkodex mit dem Ziel eingeführt, die Mitarbeiter für Unternehmensethik, insbesondere Korruption, zu sensibilisieren. Im Jahr 2016 wurden folgende Schwerpunkte beim E-Learning-Programm gesetzt: Kampf gegen Korruption, Verhalten am Arbeitsplatz, Geheimhaltung von Geschäftsinformationen und Umweltschutz.
Als Sponsor der Kampagne hat PUMAs CEO das E-Learning-Programm 2016 bei allen PUMA-Mitarbeitern beworben. Alle PUMA-Mitarbeiter weltweit werden angehalten, an diesem E-Learning-Programm teilzunehmen; die Teilnehmerquote für das  Jahr 2016 lag bei 97 Prozent.
Ziel ist es, die in 2016 erreichte hohe Teilnehmerzahl zukünftig weiterhin zu erzielen und mittelfristig auch Lieferanten und deren Mitarbeiter vermehrt in Sensibilisierungsmaßnahmen aufzunehmen.

Corporate Sustainability, oder Nachhaltigkeit bei Unternehmen, befindet sich mitten in einem Umbruch. Immer mehr Marken schließen sich branchenweiten Vereinbarungen an und unterstützen die immer tiefere Verankerung von Umwelt- und Sozialstandards, z. B. mit dem Higg-Index der Sustainable Apparel Coalition, in der Beschaffungskette. Cloud-basierte Technologien in Verbindung mit staatlichen Regulierungen zum Recht der Öffentlichkeit auf Auskunft sorgen dafür, dass „grüne Kunden“ weltweit Zugriff auf Echtzeit-Informationen haben. Wir bewegen uns vom Compliance-Modell der Audits und Berichte hin zu einem Modell des Performance-Managements, das auf anerkannten Branchenstandards beruht. Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, hat PUMA seine Nachhaltigkeitsziele „10FOR20“ eingeführt: klare definierte Vorgaben auf Grundlage der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und je ein Aktionsplan pro Ziel. Bei der Umsetzung dieser Ziele bauen wir auf die Unterstützung anerkannter internationaler Partner.
Auf der operativen Ebene haben wir uns, wo immer möglich, darauf konzentriert, den größtmöglichen Nutzen für unser gesamtes Umfeld herbeizuführen. Unsere internen Teams arbeiten gemeinsam mit unseren Kernlieferanten der Ebenen 1 und 2 an der Entwicklung von Programmen zum Kapazitätsaufbau, so zum Beispiel zum Thema Frauenrechte, zur legalen Integration syrischer Flüchtlinge in unsere Beschaffungskette in der Türkei, zu erneuerbaren Energien, zur Vermeidung von Abfall und Wasserverschwendung und zur besseren Abwasserreinigung. Des Weiteren haben wir konkrete Maßnahmen implementiert, mit denen wir die schrittweise Einführung tragfähiger Alternativen zu umweltschädigenden Materialien für unsere Produkte sicherstellen. Hierzu gehören Better Cotton, bluesign®-zertifiziertes Polyester und die Bewertung von Gerbereien durch die
Leather Working Group sowie FSC®-zertifiziertes Papier.
Mit anhaltendem Engagement und harter Arbeit haben sowohl die Mitarbeiter als auch die wichtigsten Stakeholder von PUMA auch 2016 wieder dazu beigetragen, dass Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäfts ist.

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